Watsu ~ Aquatische Körperarbeit
                                 Franziska Ramin

Aquatische Körperarbeit geht Hand in Hand mit der Heilpädagogik


... dank der gemeinsamen vielschichtigen, systemischen Sicht auf den Menschen und der Orientierung auf Ressourcen. Der Begriff „Heil“ in der Heilpädagogik bedeutet weder,  jemanden ausgehend von einer Defektorientierung oder im Sinne eines leistungsfocussierten "Reparierens" heilen zu wollen. Noch bedeutet es,  besser als der anvertraute Mensch zu wissen, was gut für ihn sei.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten ist wesentlicher Bestandteil heilpädagogischer Arbeit, der Praktizierende greift auf seine Erfahrung zurück und wendet seine Fachkenntnisse in den Bereichen Psychologie, Entwicklung, Körperarbeit und Gesundheit an. Nicht zuletzt aber, um die grösste Expertise in Erfahrung zu bringen, nämlich die des Menschen, der mit einer Behinderung oder einer  Beeinträchtigung lebt. 

„Heil“ meint „Ganz“: Anstelle von schwierigen Aspekten und psychosomatischen Symptomen steht das ganze Spektrum der individuellen Persönlichkeit im Focus. Der Mensch wird in seinem „So geworden Sein“, d.h. mit seinem individuellen Lebensweg wertgeschätzt, angenommen und unterstützt. So können prozessbeschleunigende Ressourcen in Kraft treten, wie ein gesteigertes Bewusstsein, eine feinere Wahrnehmung, wie auch eine positivere Sicht auf das Leben und mehr Achtsamkeit gegenüber sich selbst. Hierzu zählt auch ein sich erweiternder Handlungsspielraum und das Vermögen, den Schwierigkeiten des Lebens zunehmend gewachsen zu sein (Resilienz).
So fällt es leichter, die Lebenssituation und sich selbst anzunehmen und das Gefühl zu entwickeln, in etwas eingebunden zu sein, das größer ist, als wir selbst.




Entsprechend seiner systemischen Grundhaltung sieht die Heilpädagog*in die Zusammenarbeit mit dem ihr anvertrauten Menschen in steter Reflexion: Was macht eine medizinische Diagnose mit einem Menschen? Wie wirkt es sich persönlich aus, wenn man durch Stigmatisierung und Unzugänglichkeit zur genormten Umwelt behindert gemacht wird? Wenn defektorientierte Therapien und einseitige Fördermassnahmen ausschliesslich das Funktionieren wieder herstellen sollen?

Was braucht jemand, um sich ganz gesehen und angenommen zu fühlen, statt als Objekt von Eingriffen, Beratung und Heilmaßnahmen? Wie kann ein erfülltes Leben und selbstbestimmte Entwicklung gelingen? Wie darf sie/er einfach - SEIN - in größtmöglicher Zufriedenheit?


 

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