Watsu ~ Aquatische Körperarbeit
                                 Franziska Ramin

 

Aquatische Körperarbeit an der inklusiven SRH Stephen-Hawking-Schule
 

"Laura und Leander nehmen uns mit zu ihrer Session im körperwarmen Wasser und berichten, wie die Anwendung mehr Unbeschwertheit in den straffen Schulalltag bringt und sich positiv auf Körperempfinden und Gemüt auswirkt. Von den Fachlehrern/ Physiotherapeuten Michael Schmidt und Thomas Böhnke erfahren wir, welche positiven Effekte mit der hydrotherapeutischen Methode erreicht werden können. Schwerpunkte sind hierbei das körperliche und seelische Wohlbefinden, die Linderung von Schmerzen und Angst, die Unterstützung von Atmung und Beweglichkeit, Entspannung und Vertrauen sowie eine neue Sichtweise auf die Lehrer - Schüler - Beziehung."
Entwicklungsprozesse in Gang bringen

Als ein Grundbaustein menschlicher Entwicklung bildet sich die Motorik mittels (früh-) kindlicher Wahrnehmung und Exploration heraus. So beeinflusst gerade die taktile und kinästhetische Stimulierung - welche in der aquatischen Körperarbeit besonders zum Tragen kommt - als basale Anregung alle anderen Formen der Wahrnehmung positiv und damit letztendlich auch alle anderen Entwicklungsebenen, wie die sprachliche, kognitive, emotionale und psychosoziale Ebene.





















 
Wasser macht Lust auf Bewegung

Es bietet  enorme Freiheit und erleichtert die Nähe-Distanz-Regulierung (es befindet sich) zwischen den Personen. Bewegungen der Selbstregulierung und des Autonomiebestrebens entstehen meist ganz von selbst. Bewegungsmuster aus der frühkindlichen Entwicklung machen auch  Erwachsenen Spass und legen viel Kraft frei.

Das Schiff


... als Sinnbild für gelungene Entwicklung, ist die Grundaustattung samt aller notwendigen Fertigkeiten, die es braucht, um gut durchs bewegte, wellenreiche Leben zu gehen. Der heranwachsende Mensch braucht liebevolle stabile Beziehungen, wie das Schiff Wasser zum Schwimmen braucht. Sind verlässliche und positive Bindungen unzureichend, kann oft nicht genügend Vertrauen in die Welt entwickelt werden. Als Folge werden bestimmte Entwicklungschritte nicht in Gänze vollzogen, ihr natürliches Aufeinanderfolgen gerät ins Stocken. Der Mensch läuft als Erwachsener Gefahr, sich zu isolieren. Das Gefühl „wie auf Händen getragen sein“ und das zeitweilige Verschwimmen der Körpergrenzen durch die Wärme kann auch Erwachsene in Momente eines früheren kindlichen Zustandes versetzen.





Hier öffnet sich ein respektvoller Zwischenraum, in dem schwierige Gefühle Annahme erfahren und wichtige zwischenmenschliche Erfahrungen nachgeholt werden können. Die emotional nährenden und unterstützenden Qualitäten helfen, destruktive Überzeugungen abzuspülen, Vertrauen aufzubauen, Geborgenheit zu erleben und sich zu öffnen - Lebensfreude kann wieder wachsen:

Wind kommt in die Segel!
 
 
Geben und  Empfangen


In Gruppen wird unter Anleitung und wechselseitiger Rollenverteilung (als Gebender und Empfänger) gelernt, sich gegenseitig Sequenzen mit einfacher Haltetechnik und Massage zu geben. Die Anwendung von Wasserkissen und Poolnudel reguliert hier ein klares Nähe - Distanz- Verhältnis, je nachdem, wie weit Körperkontakt zugelassen werden kann. Als therapiebegleitendes Angebot bietet das besondere Setting im warmen Wasser einen geschützten Übungsraum für positive zwischenmenschliche Erfahrungen und ihrer Integration in den Alltag. Dazu findet in der Gruppe stets eine Vor- und Nachbereitung an Land statt. Einhergehend mit dem zugrundeliegenden Self-Empowerment-Prinzip wird eine Besinnung auf eigene Bewältigungsstragtegien  und ein Ausbau von Handlungsmöglichkeiten initiiert.   

 

 

Unterstützung in schwierigen Lebensphasen


Bei traumatischen Erlebnissen, tiefgreifenden Veränderungen oder Übergängen von Lebensabschnitten bietet Aquatische Körperarbeit Unterstützung und einen sicheren Raum, um mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu kommen und erfahrene Akzeptanz, Wohlwollen und Mitgefühl zunehmend sich selbst gegenüber zu entwickeln. Besonders sprechen Jugendliche, aber auch Erwachsene, die größere seelische Herausforderungen bewältigen müssen auf Watsu an, da sie in ein kindliches Erleben zurück gehen, sich vom Anwender und vom Wasser tragen lassen können. Das Getragenwerden in uneingeschränkter Akzeptanz tut ungemein gut, es spricht das Bedürfnis nach Nähe an. Schließlich werden beim Empfänger autonome loslösende Anteile unterstützt, damit er gegen Ende der Session wieder vollends in seine Kraft gelangen und aufrecht auf eigenen Beinen stehen kann...

 




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Aquatische Körperarbeit


... wie sie heute am IAKA gelehrt wird,
beinhaltet die Methoden Watsu, AquaRelax, WasserTanzen und Healing Dance. Sie entstand  aus der Professionalisierung und Weiterentwicklung des Watershiatsu nach Harold Dull in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Praktizierenden und Lehrenden aus psychosozialen, medizinischen und tänzerischen Berufen. Der Dachverband IAKA etablierte als anerkannte Bildungsstätte einheitliche Ethik - und Qualitätstandards für die Weiterbildung in Deutschland, Schweiz und Österreich.

Mehr Informationen, auch zur Ausbildung   >> hier <<

Weitere Anwendungsfelder


... finden sich in der Geburtsvorbereitung, der Frühförderung zur Unterstützung der Eltern-Kind-Beziehung, in der Pädiatrie, der Orthopädie, der Physiotherapie, der Neurologie, im Behindertenbereich, in der Geriatrie, der Inneren Medizin, in der Traumatherapie, der Psychosomatik, der Sterbebegleitung und als Prävention, Rehabilitation, Entspannung, sowie therapiebegleitenden Angeboten.

 
Studien & Berichte aus dem psychosozial- medizinischen Kontext
 
"Watsu and Musik Therapy"
A re-encounter by Barbara Vanessa Nakamoto,  Maria Carolina Simões dos Santos, Mônica Bigatello Couto

"Research Project with Chronic Pain" 
(A research by  Karla Caspers)


"WATSU - die neue Wassertherapie" 
(Physikalische Therapie No. 17 8/96)
"Watsu in the Third Trimester of Pregnancy"
Hindawi Publishing Corporation Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine Volume 2015 
by
Schitter AM, Nedeljkovic M, Baur H, Fleckenstein J, Raio L.
 
"Watsu for Fall Prevention
among the Elderly"

A case study by Barbara Vanessa Nakamoto,  Antonio Maria Cardozo Acosta Mônica Bigatello Couto


 

 



  Weiterführende Texte und Artikel
 
(MediIndividuell)
 

"Wenn die Seele schwimmen lernt"
(Aus TUtimes Deutschland Juni/Juli 2oo9)

"Wellness in Wellen"
(Aus:  ALVERDE 7/o9) 

"Wassershiatsu befreit vom Schmerz"
(Bild der Frau 2008)

"Watsu bringt den Körper zum Tanzen" 
(Erfahrungsbericht & Interview zu Methode sowie
Ausbildungsweg von Martina Frenzel)


 


"Eintauchen & Wegschweben mit Watsu" 
(Aus: Eine Reportage von Petra Horat Gutmann
in den Schweizer Gesundheitsnachrichten März 2oo5)


"Watsu for athletes" (von Thomasz Zagorski)

"WATSU - die neue Wasser Therapie" 
(Aus: Physikalische Therapie No. 17 8/96)

"Die schwebende Frau"
(Landwirtschaftliches Wochenblatt 2oo9)

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